Auch Träume gehören irgendwann zur Vergangenheit

Es fing an mit einem Traum. Einem Traum auf einer Insel, der für uns beide wahr wurde. Doch dann, viel zu schnell, zerbrach der Traum und die Insel wurde überflutet und alle Hoffnung wurde mit der Stärke des Meeres zerrissen. Alles sollte wahr werden. Alles wurde wahr. Was kann mehr verbinden als ein gemeinsamer Traum und was kann mehr zerstören, als  einer der mit dem Träumen aufhört. Die Insel entstand an einem Abend, einem Abend an dem alles möglich schien. Ich habe dich dort hingeschickt und du warst begeistert. Gleich hast du mich eingeladen und wir sind gemeinsam am Strand spazieren gegangen. Dann kam ein Schiff das alles brachte was man fürs Leben braucht. Doch das Schiff war noch nicht weit von der Insel entfernt, da hast du aufgehört zu Träumen. In der Geburtsstunde war schon alles wieder vorbei. Verloren. Der Blick in die Zukunft wurde zu einem traurigen Blick aufs Meer und als das Schiff hinter dem Horizont verschwand, da warst auch du aus dem Traum verschwunden. Du wolltest nicht mehr Träumen.

Wir können die Augen vor der Realität verschließen, aber wir können sie nicht vor unseren Träumen verschließen. Du hast die Augen geöffnet, weil dir die Stärke des Traums Angst bereitet hat. Heute schließt du sie ab und an wieder, doch das reicht nicht. Der gemeinsame Traum kann nicht von einem weitergeträumt werden. Er ist gestorben als du aufwachen wolltest, als du mit aller Gewalt aufgewacht bist. Ein kurzer Schlaf genügt nicht.

Ich stehe alleine auf der Insel und warte bis ein Schiff kommt das mich wieder von hier weg holt. Denn es ist so einsam hier und deine kurzen Besuche tun sehr weh, denn es folgt immer wieder ein Abschied. Ich kann diese Insel noch nicht verlassen, doch ich weiß, dass es irgendwann möglich sein wird. Und selbst wenn ich dann in den Fluten des Meeres ertrinken muss, wird es schöner sein, als immer wieder alleine auf das Meer zu blicken, in der Hoffnung, dass du zurückkommst oder dir immer wieder nachzusehen, wie du über das Meer davon segelst – mit der stetigen Frage, wann du wohl wieder kommen wirst.
Auch ich werde irgendwann aufwachen und dann wirst du mich auf der Insel besuchen kommen, aber dann werde ich nicht mehr da sein. Dann bin ich gegangen. Dann träume ich einen neuen Traum und dann wirst Du zum ersten Mal spüren, wie es ist, alleine auf der Insel zu sein. Ganz alleine…und dann bleibt dir nur der Blick auf das Meer und unser Traum ist dann nichts mehr als eine Erinnerung.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>