<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>Uni Dannstadt</title> <atom:link href="http://uni-dannstadt.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://uni-dannstadt.de</link> <description>Melanie Marnet</description> <lastBuildDate>Sun, 29 Jan 2012 11:43:29 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator> <item><title>Totenstille</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/10/totenstille/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/10/totenstille/#comments</comments> <pubDate>Sat, 01 Oct 2011 19:49:21 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=155</guid> <description><![CDATA[&#62;&#62;Hörst du das?&#60;&#60; Nichts! Ich höre nichts. Es ist erschreckend leise hier. Keiner ist da. Nur ich und sonst nichts. Möbel, Staub, ja Staub liegt hier eine ganze Menge, aber sonst ist hier auch nichts. Nur ich und viele eingestaubte Möbel. Ich weiß nicht wo die anderen sind. Im Grunde macht es auch keinen Unterschied &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/10/totenstille/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>&gt;&gt;Hörst du das?&lt;&lt;</p><p>Nichts! Ich höre nichts. Es ist erschreckend leise hier. Keiner ist da. Nur ich und sonst nichts. Möbel, Staub, ja Staub liegt hier eine ganze Menge, aber sonst ist hier auch nichts. Nur ich und viele eingestaubte Möbel.</p><p>Ich weiß nicht wo die anderen sind. Im Grunde macht es auch keinen Unterschied ob ich weiß wo sie sind oder nicht. Es ändert an der Tatsache, dass ich jetzt gerade in diesem Moment alleine bin, nichts. Nichts ist hier. Nur ich und diese Totenstille. Diese unerträgliche Totenstille.<br /> Komisch, dass man gerade in dieser Totenstille immer die merkwürdigsten Geräusche hört. Da ein Knacken, dort ein Knarren, ein Knistern, ein Rauschen. Die Stille macht so unendlich viel Lärm. Die Stille holt Geräusche hervor, die man sonst nicht wahrnimmt. Die Hintergrundgeräusche oder sind es die Geräusche aus dem Untergrund?</p><p>Kaum  ist es still schon hört man sie – die Geräusche aus dem Untergrund. Die Geräusche die vom Lärm des Alltags übertönt werden. Die Geräusche, die wir übertönen, da sie uns Angst machen. Aber wenn wir alleine sind, wenn alles um uns herum still ist, dann nutzen sie die Gunst der Stunde und knarren und klirren und verunsichern uns mit ihrem Dasein. Es ist als sagen sie „wir sind immer da – IMMER – du willst uns nur nicht hören, du übertönst uns, aber jetzt ist es still um dich herum, keine Ablenkung und nun hörst du uns&lt;&lt;</p><p>Ein Knarren in der Decke!</p><p>Ich kann es nicht auf meine Mitbewohner schieben, denn die sind nicht da. Die Decker knarrt, das Holz arbeitet, niemand ist da, niemand übertönt das Knarren, niemand verursacht das Knarren – es ist das Knarren der Stille. Ein Kratzen – ein Schleifen in der Wand – die Stille hört sich gruselig an. Der Klodeckel klackt – er klackt immer wenn es ruhig ist – er klackt immer in die Totenstille hinein. Ob er mir etwas sagen will?</p><p>Ich schalte das Licht an, denn die Dunkelheit lässt die Totenstille noch viel lauter werden. Im Hellen ist die Stille schon viel leiser.</p><p>Doch da, die Tür im Keller knarrt. Niemand kommt, niemand geht, aber die Tür knarrt. Hinter mir knarrt der Sessel, als ob sich gerade jemand darin bewegt hat, doch dort sitzt niemand – weiß ich das?</p><p>Die Stille ist so laut. Also was sagt mir, dass die Einsamkeit einsam ist? Ich bin umgeben von Geräuschen, aber wer macht die Geräusche? Irgendetwas macht die Geräusche – das Etwas ist bei mir und ich bin nicht allein.</p><p>Die Stille ist so laut und die Einsamkeit bringt mir zuviel Gesellschaft. Mir hat es schon immer Angst bereitet alleine zu sein, denn die Einsamkeit schafft uns unangenehme Gesellschaft. Wenn ich alleine bin, dann leben Dinge um mich herum, die nicht zum Leben geschaffen sind. Wenn es Still um mich ist, wenn ich nichts höre, dann höre ich die Geräusche die ich nicht hören möchte. So wie jetzt.</p><p>Ich mag diese Totenstille nicht, ich mag diese Geräusche der Stille nicht, wann kommt nur jemand und übertönt sie? Doch ich weiß, ganz gleich wie laut es um mich herum ist, ganz gleich wie viel Lärm ich erzeuge, die Geräusche der Stille bleiben und ich werde sie hören, sobald alles um mich herum ruhig wird. Ich schalte das Radio an, denn ich möchte die Stille übertönen, doch das bringt nichts. Nicht in diesem Moment. Das Knarren und Knacken wird lauter. Sind dies die Geräusche der Stille oder die Geräusche der Einsamkeit?</p><p>Auch ich mache Geräusche und selbst diese Geräusche hören sich unheimlich an, dann wenn ich alleine bin. Wenn wir alleine sind, dann wird es ganz ruhig um uns und dann fängt die Stille an mit uns zu reden. Ich hasse es, wenn die Stille zu mir spricht. Mitten in die Einsamkeit hinein, spricht die Stille zu mir und mir wird bewusst, dass ich ihre Stimme nicht mag. Ich führte mich vor der Stimme der Stille, die zu mir spricht, wenn ich alleine bin.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/10/totenstille/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>4</slash:comments> </item> <item><title>Auch Träume gehören irgendwann zur Vergangenheit.</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/auch-traume-gehoren-irgendwann-zur-vergangenheit/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/auch-traume-gehoren-irgendwann-zur-vergangenheit/#comments</comments> <pubDate>Wed, 28 Sep 2011 04:13:22 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=150</guid> <description><![CDATA[Es fing an mit einem Traum. Einem Traum auf einer Insel, der für uns beide wahr wurde. Doch dann, viel zu schnell, zerbrach der Traum und die Insel wurde überflutet und alle Hoffnung wurde mit der Stärke des Meeres zerrissen. Alles sollte wahr werden. Alles wurde wahr. Was kann mehr verbinden als ein gemeinsamer Traum &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/auch-traume-gehoren-irgendwann-zur-vergangenheit/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Es fing an mit einem Traum. Einem Traum auf einer Insel, der für uns beide wahr wurde. Doch dann, viel zu schnell, zerbrach der Traum und die Insel wurde überflutet und alle Hoffnung wurde mit der Stärke des Meeres zerrissen. Alles sollte wahr werden. Alles wurde wahr. Was kann mehr verbinden als ein gemeinsamer Traum und was kann mehr zerstören, als  einer der mit dem Träumen aufhört. Die Insel entstand an einem Abend, einem Abend an dem alles möglich schien. Ich habe dich dort hingeschickt und du warst begeistert. Gleich hast du mich eingeladen und wir sind gemeinsam am Strand spazieren gegangen. Dann kam ein Schiff das alles brachte was man fürs Leben braucht. Doch das Schiff war noch nicht weit von der Insel entfernt, da hast du aufgehört zu Träumen. In der Geburtsstunde war schon alles wieder vorbei. Verloren. Der Blick in die Zukunft wurde zu einem traurigen Blick aufs Meer und als das Schiff hinter dem Horizont verschwand, da warst auch du aus dem Traum verschwunden. Du wolltest nicht mehr Träumen.</p><p>Wir können die Augen vor der Realität verschließen, aber wir können sie nicht vor unseren Träumen verschließen. Du hast die Augen geöffnet, weil dir die Stärke des Traums Angst bereitet hat. Heute schließt du sie ab und an wieder, doch das reicht nicht. Der gemeinsame Traum kann nicht von einem weitergeträumt werden. Er ist gestorben als du aufwachen wolltest, als du mit aller Gewalt aufgewacht bist. Ein kurzer Schlaf genügt nicht.</p><p>Ich stehe alleine auf der Insel und warte bis ein Schiff kommt das mich wieder von hier weg holt. Denn es ist so einsam hier und deine kurzen Besuche tun sehr weh, denn es folgt immer wieder ein Abschied. Ich kann diese Insel noch nicht verlassen, doch ich weiß, dass es irgendwann möglich sein wird. Und selbst wenn ich dann in den Fluten des Meeres ertrinken muss, wird es schöner sein, als immer wieder alleine auf das Meer zu blicken, in der Hoffnung, dass du zurückkommst oder dir immer wieder nachzusehen, wie du über das Meer davon segelst – mit der stetigen Frage, wann du wohl wieder kommen wirst.<br /> Auch ich werde irgendwann aufwachen und dann wirst du mich auf der Insel besuchen kommen, aber dann werde ich nicht mehr da sein. Dann bin ich gegangen. Dann träume ich einen neuen Traum und dann wirst Du zum ersten Mal spüren, wie es ist, alleine auf der Insel zu sein. Ganz alleine…und dann bleibt dir nur der Blick auf das Meer und unser Traum ist dann nichts mehr als eine Erinnerung.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/auch-traume-gehoren-irgendwann-zur-vergangenheit/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Platzprobleme</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/145/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/145/#comments</comments> <pubDate>Sun, 25 Sep 2011 22:18:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=145</guid> <description><![CDATA[Etwas Baumrinde, einen Schnorchel zum Tauchen und eine kleine Trompete, alles gut verpackt und ab geht es zum Bahnhof. Der Tracktor wartet schon. Rolle 18 ist die meine. Da sitzen schon einige. Ich grüße freundlich und begebe mich zu meinem Platz. „Platz Nummer Vier wäre dann der meine“, sage ich zu dem Passagier der es &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/145/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Etwas Baumrinde, einen Schnorchel zum Tauchen und eine kleine Trompete, alles gut verpackt und ab geht es zum Bahnhof. Der Tracktor wartet schon. Rolle 18 ist die meine. Da sitzen schon einige. Ich grüße freundlich und begebe mich zu meinem Platz. „Platz Nummer Vier wäre dann der meine“, sage ich zu dem Passagier der es sich auf Platz Nummer Fünf und so halb noch auf Platz Nummer Vier gemütlich gemacht hat. „Ja das ist dann der Platz rechts neben mir gnädige Frau, ich habe Platz Nummer Fünf“, sagt der etwas kräftige Platznummerfünfpassagier mit tiefer Stimme. „Ja ich weiß“, antworte ich, „ich würde aber gerne Platz Vier ganz alleine für mich haben und nicht zum Teil noch mit Ihnen teilen und so wie Sie sich hier ausbreiten, sieht es nicht danach aus, dass mir Platz Nummer Vier ganz zur Verfügung stehen wird. Also wenn Sie sich vielleicht bitte mit dem Passagier auf Platz Nummer Sechs arrangieren würden, vielleicht ist dieser ja so nett und gibt Ihnen etwas von seinem Platz ab, aber ich für meinen Teil hätte gerne den ganzen Platz Nummer Vier ganz allein für mich.“</p><p>Der Passagier auf Platz Nummer Fünf blickt dümmlich in die Runde. Als ob das hilft, so tun als versteht man nicht worum es geht&#8230; „Also nun bitte, ich möchte hier nicht im Stehen fahren, beschränken sie sich nun bitte auf Platz Nummer Fünf oder einigen Sie sich bitte mit Passagier auf Platz Nummer Sechs, aber ich würde nun gerne Platz Nummer Vier ganz für mich alleine haben.&#8221;</p><p>Wieder schaut der Herr dümmlich in die Runde.</p><p>Nun wird mir dieses ganze Theater dann doch zu blöde. Ich nehme die Trompete aus meinem Brustbeutel und spiele meine schönste Melodie. Da schaute der Dumme auf Platz Nummer Fünf gleich noch viel dümmer in die Runde.</p><p>Für das Finale der kurzen Melodie hole ich noch einmal tief Luft und dann ist das Stück auch schon vorbei – und das Platzproblem gelöst.</p><p>Das man auch immer erst zur Trompete greifen muss, das wird mir immer ein Rätsel bleiben.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/145/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Verloren</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/verloren/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/verloren/#comments</comments> <pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:54:06 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=129</guid> <description><![CDATA[Der Bus hält an. An der letzten Haltestelle habe ich schon überlegt auszusteigen, aber ich blieb machtlos sitzen. Machtlos zu handeln. Wenn ich aussteige, was dann? Ich weiß ja nicht mal was da draußen los ist. Die Fenster sind verdunkelt und man kann nichts sehen. Es ist ein blindes Fahren und es wäre ein ebenso &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/verloren/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Bus hält an. An der letzten Haltestelle habe ich schon überlegt auszusteigen, aber ich blieb machtlos sitzen. Machtlos zu handeln. Wenn ich aussteige, was dann? Ich weiß ja nicht mal was da draußen los ist. Die Fenster sind verdunkelt und man kann nichts sehen. Es ist ein blindes Fahren und es wäre ein ebenso blindes Aussteigen. Ich kann nicht sagen, dass es hier im Bus gemütlich ist. Ganz im Gegenteil. Es ist stickig, es ist dunkel, ich bin umringt von Menschen. Viel zu viele Menschen. Sie drängen sich dicht aneinander. Sie schwitzen und riechen. Sie reden laut, einige flüstern. Ich seh sie an und ich weiß, dass sie über mich reden. Fürchterlich dieses heimliche über andere Reden. Fürchterlich diese Heimlichtuerei. Sie drehen sich weg. Ich weiß genau was los ist und doch bin ich ahnungslos. Ich fühle mich von Allen beobachtet, dabei schauen manche gar nicht in meine Richtung. Ich fühle mich nackt. Nackt und leer. Eingesperrt in der Enge. Einsam in der Fülle von Menschen. Zu viele Menschen. Ich kenne die Meisten und doch sind sie mir fremd. Der Eine da, der in der Nähe der Tür steht &#8211; jetzt sieht er wieder weg und redet mit einem Fremden – er ist mir so vertraut, aber auch er weiß nicht was zu tun ist. Keiner scheint es zu wissen. Die Menschen sind so verschieden und doch haben wir etwas gemeinsam. Wir sind in einem Bus und wir wissen nicht den Weg und wir können nicht hinausschauen. Der Bus fährt weiter. Wieder sind Menschen eingestiegen. Eine Frau blutet am Kopf. Ein Junge ist ausgestiegen, aber er ist auch der Einzige der diesen Schritt gewagt hat. Vielleicht war es kindliche Naivität, die ihn zu diesem Schritt bewegt hat. Aber eigentlich will auch ich hier raus, egal was draußen ist. Hier komm ich mir so beobachtet vor, als würde mich jeder kennen und ich keinen. Hier bin ich fehl am Platz. Ein Fremder im Kreise von Freunden. Der Eindringling! Ich bewege mich auf die Tür zu und plötzlich verstummen alle Gespräche. Jetzt starrt wirklich jeder auf mich. Ich bin jetzt kurz vor der Tür, da ist die vertraut wirkende Person. Ich seh sie an, sie sieht zurück und nickt, dann blickt sie wieder weg. Es herrscht noch immer absolute Stille als der Bus wieder zum Stillstand kommt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/verloren/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Die unerkannte Weisheit</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/die-unerkannte-weisheit/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/die-unerkannte-weisheit/#comments</comments> <pubDate>Sun, 25 Sep 2011 12:06:58 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=97</guid> <description><![CDATA[„Ich bewundere dich“, sagte sie, „ich habe dich immer bewundert“. Verdutzt starrte er sie an. Sie bewundert ihn und hat es immer getan? Das hat sie eben gesagt und er kann es kaum glauben. Aber warum nur bewundert sie ihn? Er würde ihr so gerne diese Frage stellen, doch er kann nicht sprechen. Schon seit &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/die-unerkannte-weisheit/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>„Ich bewundere dich“, sagte sie, „ich habe dich immer bewundert“. Verdutzt starrte er sie an. Sie bewundert ihn und hat es immer getan? Das hat sie eben gesagt und er kann es kaum glauben. Aber warum nur bewundert sie ihn? Er würde ihr so gerne diese Frage stellen, doch er kann nicht sprechen. Schon seit Tagen hat er diese Schläuche im Mund. Liegt hier ans Bett gefesselt. Überall Maschinen und Geräte, die seine Körperfunktionen bei Laune halten.<br /> Seine Organe stehen zurzeit etwas auf Kriegsfuß. Das eine bekriegt das andere und nach und nach verliert jedes den Kampf. Die Frage ist, wie lange er noch kämpfen kann. Er fühlt sich so schwach und müde. Er würde gerne die Augen schließen. Es ist so schwer, die Augen aufzuhalten. Er hört das Piepsen neben sich, sein Herz schlägt noch. Wie gut. Er sieht sie an. Er möchte seine Augen wirklich nicht schließen. Zu groß ist die Angst, sie nie mehr wieder öffnen zu können. Sie nie mehr ansehen zu können. Schon jetzt ist seine Angst unendlich groß, sie nie mehr in den Armen halten zu können. Vor einem Jahr noch, hätte er nie geglaubt, dass sie ihm so wichtig werden könnte.<br /> Er hat sich schon immer als Versager gefühlt. Schon im Kindergarten fing es an. Er konnte nicht mit einer Schere schneiden. Immer mussten ihm die anderen helfen. Er durfte nie mit anderen Stiften als mit Holzstiften malen, da sonst immer ein Chaos entstand. Er trug lange Zeit nur Schuhe mit Klettverschlüssen, da er seine Schuhe selbst nicht binden konnte. Er war sehr langsam in allem. Er wünschte sich immer mehr zu können, schneller zu sein, auch mal etwas selbständig zu erledigen. Immer musste er jemanden fragen oder jemanden um Hilfe bitten, er tat dies schon fast mechanisch. Doch jedes Mal spürte er wieder diese Demütigung auf seiner Seele. In der Schule wurde alles schlimmer. Der Lehrer blieb in der Pause mit ihm im Klassenzimmer, um ihm alles noch einmal zu erklären. Er wurde rücksichtsvoll behandelt, von allen, denn er war ein netter Kerl. Immer freundlich und scheinbar immer fröhlich. Er lächelte immer, sagte höflich Bitte und Danke und strahlte die Menschen förmlich an, wenn sie ihm zu Hilfe eilten. Keiner hätte geglaubt, dass er so fröhlich gar nicht war. Er litt immer stark darunter. Er fühlte sich dumm und wertlos, ein richtiger Versager eben. Langsam beschritt er seinen Lebensweg. Er träumte davon Pilot oder Astronaut zu werden. Über seinem Bett hing ein großes Poster des Universums. Er träumt davon abzuheben und ins Weltall zu fliegen. Wenn er in seinem Bett lag und anfing zu träumen, dann war er glücklich. Er fühlte sich so frei und lebendig. Doch sobald er der Realität ins Auge blickte, wurde er wieder traurig. Er wusste, dass er niemals Pilot oder Astronaut werden würde. Er war einfach nicht gemacht dafür. Aber wozu war er gemacht? Für ihn gab es keinen Platz auf dieser Welt. Mit viel Mühe, zahlreichen Stunden bei der Nachhilfe und zwei Wiederholungsrunden schaffte er seinen Hauptschulabschluss. Als er sein Zeugnis in Händen hielt, war er glücklich. Er hatte so lange daran gearbeitet, er hatte so hart dafür gearbeitet. Das Ergebnis war keine Glanzleistung, aber er hatte es geschafft. Sein Glück hielt jedoch nicht lange an. „Über so etwas bist du glücklich? Sieh dich doch an. Ein Hauptschulabschluss ist nichts wert. Du bist nichts wert. Der Abschluss ist schlecht und dafür warst du elf Jahre in der Schule“, sagte der Nachbarsjunge. Er hat letztes Jahr sein Abitur gemacht und studiert jetzt in Harvard Medizin. Er ist richtig intelligent. Immer hat er auf ihm rumgehackt, ihn geärgert, dabei konnte er doch nichts dafür, dass er so ist, wie er ist.<br /> Nach der Hauptschule bekam er einen Arbeitsplatz in der Gärtnerei seines Onkels. Er arbeitete gerne dort. Die Arbeit machte ihm Spaß. Er war viel im Freien, genoss die Sonne und er liebte es mit Pflanzen zu arbeiten. Er ging sehr sorgsam mit ihnen um. Zwar brauchte er sehr lange für seine Arbeit, doch er erledigte alles sorgsam und gewissenhaft. Die Pflanzen sind sehr geduldig. Ihnen ist es egal ob man zwei oder zwanzig Minuten zum Umtopfen oder Einpflanzen braucht. Er war glücklich, wenn er im Freien war und seiner Arbeit nachging. Ob Sommer oder Winter, er machte seine Arbeit gerne. Mit der Zeit und durch viel Übung, wurde er sogar etwas schneller. Doch wirklich schnell wurde er nie.<br /> „So so, Gärtner bist du jetzt also“, sagte der Nachbarsjunge und sah auf ihn herab. Sebastian hatte erfahren, dass sein Nachbar heiratet und hatte ihm einen Baum von der Gärtnerei mitgebracht. „Ja, ich arbeite in der Gärtnerei meines Onkels“, sagte Sebastian überglücklich, „ich habe gehört, dass du heiratest und ich dachte mir, du magst vielleicht auch einen Baum pflanzen“. Der Nachbarsjunge lachte laut und spöttisch. „Nein, nein, das Bäume pflanzen überlasse ich dir. Mehr wirst du eh nie machen. Oder glaubst du, dich wird jemals eine Frau heiraten wollen. Dich will doch nicht mal eine Frau ansehen.“ Der Nachbarsjunge lachte noch lauter und schloss dann die Tür.<br /> Sebastian wurde traurig. Er drehte sich um und wollte zu sich nach Hause gehen, doch er ging die Straße weiter, runter zum See. Er setzte sich auf eine Holzbank, drückte den Baum an sich und weinte. Es wurde dunkel und kühl. Sebastian schaute den Baum an. Er war so schön. Er hatte alle kleinen Bäume durchgesehen und den Schönsten von allen ausgesucht. Dieser Baum, sollte auch den schönsten Platz der Erde erhalten.<br /> Sebastian stand auf und nahm den Baum wieder in den Arm. Er sah sich um. Oft ging er hier an den See um nachzudenken. Er mochte diesen Platz. Ein paar Meter hinter der Bank lies er sich auf die Knie fallen und buddelte ein Loch. Er hatte keine Schaufel dabei, drum nahm er seine Hände zum Buddeln. Es dauerte lange, doch schließlich war das Loch groß genug. Sebastian stellte den Baum hinein. Neben der Bank lag eine leere Kunststoffflasche. Er füllte sie einige Male mit Wasser aus dem See und schüttete es in das Erdloch zu seinem kleinen Baum. Dann schaufelte er die ganze Erde wieder mit seinen Händen in das Loch, goss noch einmal gründlich Wasser darüber und wusch sich die Hände im See. Er sah glücklich auf seinen kleinen Baum. Hier wird es ihm gut gehen, darüber war sich Sebastian ganz sicher. Mittlerweile war es sehr dunkel geworden. Er ging nach Hause, duschte und legte sich schlafen.<br /> Jeden Tag ging er nun zu seinem Baum um sich zu vergewissern, dass es ihm auch gut ging. Er setzte sich etwas auf die alte Holzbank, beobachtete den See und redete mit seinem Baum.<br /> „Du bist oft hier“, hörte er eine Stimme. Er drehte sich um. Eine junge Frau stand neben ihm. „Ja“, sagte Sebastian. „Ich bin Vivien, darf ich mich ein bisschen zu dir setzten“ fragte sie, aber ehe er antworten konnte saß sie schon neben ihm auf der Bank. „Was machst du hier?“ fragte sie.<br /> „Ich besuche meinen Baum“<br /> „Deinen Baum?“ fragte sie verwundert.<br /> „Ja“<br /> „Du redest nicht gerne oder?“<br /> „Nein“<br /> Vivien lachte. „Das hab ich mir schon gedacht. Dann werde ich dich mal wieder in Ruhe lassen. Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder“ Vivien stand auf und ging wieder.<br /> Sebastian war total genervt. Immer war er hier alleine und hatte seine Ruhe und jetzt kam hier plötzlich jemand und redete und störte seine Ruhe. Er ging nach Hause. Nach ein paar Wochen kam Vivien wieder. Sie hatte einen Hund dabei. Einen germanischen Bärenhund, wie sie ihn vorstellte. Er hieß Bommel. Bommel legte den Kopf auf Sebastians Schoß. Vivien lachte „Er möchte, dass du seinen Kopf kraulst“<br /> Sebastian hob zögernd die Hand und kraulte Bommels Kopf.<br /> „Du heißt Sebastian nicht war“<br /> Sebastian sah sie verwundert an.<br /> „Wir waren zusammen im Kindergarten und in der Grundschule. Kennst du mich nicht mehr? Ich war mir erst nicht sicher ob du es bist, aber jetzt bin ich mir sicher“<br /> „Ja“, sagte Sebastian. Vivien lachte schon wieder. Langsam begann er sich an das Lachen zu gewöhnen. Vivien lachte eigentlich richtig schön. Er sah sie an. Er konnte sich wirklich nicht mehr an sie erinnern. Aber er erinnerte sich an niemanden mehr, außer an den Nachbarsjungen. Alle anderen waren nett zu ihm und vor dem Nachbarsjungen hat er sich immer gefürchtet.<br /> Sebastian starrte auf den See. Vivien saß schweigend neben ihm. So saßen sie da eine ganze Weile. Bis es kühl wurde und Vivien aufstand um zu gehen.<br /> Sebastian stand ebenfalls auf. Er sah ihr nach und als sie schon fast außer hörweite war, rief er „Wirst du wieder kommen?“.<br /> Sie drehte sich um und lachte ihn an „Wenn ich darf“<br /> „Ja“, sagte Sebastian nur und da war Vivien auch schon verschwunden. Ihr Lachen hörte er noch lange Zeit später. Er hörte es so gerne.  Er freute sich schon, sie wieder lachen zu hören.<br /> An den nächsten Tagen kam Vivien immer wieder am See vorbei. Manchmal mit Bommel, manchmal auch alleine. Sie saßen dann am See und schwiegen. Nur das Rascheln der Bäume war zu hören, das Wehen des Windes, Knistern wenn Tiere sich bewegten, Vögel in den Bäumen, sonst nichts. Nach ein paar Wochen fragte Sebastian in die Stille „Weshalb bist du hier?“<br /> Vivien drehte sich zu ihm, zog ein Bein auf die Bank und umschlang es mit den Armen. „Es ist so schön hier. Es ist so ruhig. Man hat seine Ruhe, aber man ist nicht alleine, denn du bist ja da. Ich bin nicht gerne alleine. Deshalb sitze ich so gerne hier bei dir“<br /> Sebastian starrte wieder zum See.<br /> „Warum bist du hier?“, fragte Vivien.<br /> „Ich besuche meinen Baum“<br /> „Ach stimmt ja.“ Vivien sah sich um „Welcher ist dein Baum?“<br /> Sebastian deutete auf den Baum hinter ihnen und ohne es steuern zu können erzählte er Vivien die Geschichte des Baumes. Vivien hörte aufmerksam zu und als er zu Ende erzählt hatte umarmte sie ihn und drückte ihn ganz fest an sich.<br /> “Ich bin froh, dass du deinen Baum hier gepflanzt hast. Es ist so lieb von dir, dich so sorgsam um ihn zu kümmern.“ Dann stand sie auf. Es war schon dunkel geworden, doch Sebastian sah, dass sie Tränen in den Augen hatte. Er stand auf, doch sie hatte sich schon gedreht und ging los. Sebastian wusste nicht warum sie weinte.</p><p>Die nächsten Tage kam Vivien nicht zum See. Sebastian war zunächst traurig, dann machte er sich Sorgen. Dann wollte er schon selbst nicht mehr zum See gehen. Doch er musste seinen Baum besuchen. Jeden Tag, egal bei welchem Wetter. Der Baum konnte nicht zu ihm kommen, drum kam er zu seinem Baum. Es regnete fürchterlich. Sebastian zog Stiefel und Regenmantel an und spazierte zu seinem Baum. Da saß jemand auf der alten Holzbank, eingehüllt in einen Regenmantel. Sebastian näherte sich langsam und dann erkannte er Vivien. Als sie ihn kommen hörte drehte sie sich um und strahlte ihn an.<br /> „Tut mir leid, dass ich so lange nicht da war“<br /> „Ja“<br /> „Hast du mich vermisst?“<br /> „Ja“<br /> „Wollen wir spazieren gehen?“<br /> „Ja“<br /> und sie machten sich auf den Weg. Vivien erzählte und erzählte. Sie traute sich nicht mehr zum See. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Ihr tat die Geschichte mit dem Baum so leid, aber sie wollte ihn nicht auch noch alleine lassen und deshalb ist sie doch wieder hergekommen. Sebastian hörte ihr die ganze Zeit schweigend zu. Er sagte nichts, er stellte keine Fragen, er hörte einfach nur zu. Als sie wieder an der alten Holzbank ankamen verabschiedeten sie sich und dieses Mal umarmte Sebastian Vivien und drückte sie an sich. Beide gingen nach Hause. Die Spaziergänge im Regen machten sie zu einer festen Einrichtung. Bei gutem Wetter saßen sie schweigend auf der Bank und beobachteten den See. Bei Regen gingen sie spazieren und redeten. Sogar Sebastian redete. Er erzählte Vivien von seiner Arbeit, von seiner Familie und sogar von seinem Abschluss. Vivien hörte immer sehr begeistert zu und Sebastian fühlte sich immer wohler in ihrer Nähe.<br /> Eines Mittags, sie saßen wieder nebeneinander auf der Bank, fiel Sebastian aus einem unerklärlichen Grund einfach zur Seite hin um und bewegte sich nicht mehr. Vivien rief sofort einen Krankenwagen.</p><p>Das ist jetzt schon zwei Monate her. Seither liegt Sebastian auf der Intensivstation. Sie besucht ihn jeden Tag und erzählt ihm wie es dem Baum geht. Sie hat versprochen, den Baum jeden Tag zu besuchen, solange Sebastian nicht selbst den Baum besuchen kann. Heute hat sie ihm gesagt, dass sie ihn bewundert und er wüsste so gerne weshalb. Doch er kann nicht sprechen. Sie kommt immer hier her und lächelt und manchmal lacht sie auch. Sie weiß ja, dass ihm sein Lachen gefällt. Er hat es ihr einmal gesagt. Und dann lacht sie einfach, weil sie weiß, dass es ihn glücklich macht.<br /> Heut lacht sie nicht. Heute sieht sie ihn nur ernst an und erzählt, dass sie ihn bewundert. Sebastian kann nicht mehr, seine Augen fallen ihm zu. Als er sie wieder öffnen kann ist Vivien nicht mehr da. Wie lange mag das wohl her sein.<br /> Es wird immer schwerer die Augen offen zu halten. Plötzlich kann er sie gar nicht mehr aufmachen. Er versucht es immer wieder, doch er kann seine Augen nicht öffnen.<br /> Da hört er Viviens Stimme. Sie redet mit&#8230;, mit wem nur? Sebastian kann nicht hören ob da noch jemand ist, aber Vivien redet. Dann lacht sie. Oh das hört sich so schön an. Und jetzt redet sie wieder. Er versucht gar nicht seine Augen zu öffnen, er hört ihr einfach nur zu.</p><p>&#8220;Ich habe dich immer bewundert. Du hast dich in allem immer so stark bemüht. Ich dachte immer du seiest glücklich gewesen. Heute weiß ich, wie schwer dir all das gefallen ist. Ich freu mich, dass ich so viel Zeit mit dir verbringen durfte. Ich habe so vieles von dir gelernt. Du bist so klug. Du siehst die Pflanzen und die Tiere um dich herum, du nimmst sie wahr. Bei den Menschen bist du gescheitert, sie waren zu schnell. Sie haben leider nicht erkannt, was in dir steckt. Du warst immer der Langsame, der nichts konnte, der bei allem Hilfe brauchte. Doch dabei bist du der, der uns allen geholfen hat. Wir dachten immer man muss nicht intelligent sein, um glücklich zu sein, denn wir sahen dich und wir dachten du seiest nicht intelligent aber glücklich. Dabei liegt das Glück wo ganz anders. Du bist glücklich geworden, weil du dein Glück gesucht hast. Du hast es in der Menschenwelt nicht gefunden. Aber du kannst stundenlang am See sitzen und glücklich sein. Ich saß neben dir und ich wurde von Mal zu Mal glücklicher. Ich war nie glücklicher, als in den Momenten wenn ich mit dir durch den Regen gelaufen bin. Du hast mir gezeigt, wo ich das Glück finden kann. Ich glaube zwar es war nicht deine Absicht, aber es ist die Wahrheit. Ich bin dir fern geblieben, weil ich so glücklich war in deiner Nähe und dann habe ich gespürt, dass ich ohne dieses Glück nicht leben möchte und bin wieder gekommen. Ich hoffe es geht dir gut. Ich hoffe du bist immer noch glücklich. Ich hoffe du findest einen See an dem du auf mich wartest. Ich werde zum See gehen, solange ich laufen kann. Ich werde deinen Baum besuchen, solange meine Füße mich zum See tragen. Ich werde an dich denken an jedem Tag und dir dankbar sein, für alles was ich von dir gelernt habe und für jede Sekunde die ich mit dir teilen durfte. Für all die Ruhe die du in mein Leben gebracht hast. Ich weiß durch dich, wie wenig man braucht um glücklich zu sein und ich bin so traurig, dass niemand erfahren durfte, wie Weise du doch bist. Alle werden dich als langsam und zurückgeblieben in Erinnerung behalten, weil sie nichts von dir gelernt haben. Ich habe von dir gelernt, du warst der beste Lehrer den ich je hatte und ich danke dir für alles.&#8221;</p><p>Vivien schluchzte und ehe Sebastian darüber nachdenken konnte, was soeben passiert war, da saß er auch schon in einem Space Shuttle und er flog durch das Weltall.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/die-unerkannte-weisheit/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der gläserne Pokal</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/der-glaserne-pokal/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/der-glaserne-pokal/#comments</comments> <pubDate>Sun, 25 Sep 2011 11:39:20 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=95</guid> <description><![CDATA[Es war einmal ein kleiner Pokal. Er stand schon seit einigen Jahren in einem Regal. Mit der Zeit war er leicht zugestaubt. Ab und an strich ein feuchter Lappen unsanft über seine Rundungen. Er wurde dann wuchtig aus dem Regal gezerrt, abgerubbelt und wieder zurückgestellt. Gerade war wieder einer dieser Tage. Als er wieder im &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/der-glaserne-pokal/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<div>Es war einmal ein kleiner Pokal. Er stand schon seit einigen Jahren in einem Regal. Mit der Zeit war er leicht zugestaubt. Ab und an strich ein feuchter Lappen unsanft über seine Rundungen. Er wurde dann wuchtig aus dem Regal gezerrt, abgerubbelt und wieder zurückgestellt. Gerade war wieder einer dieser Tage. Als er wieder im Regal stand und zu Besinnung kam begann er nachzudenken. Es war nicht immer so. Vor vielen Jahren war er hochglanz poliert und stand auf einem großen Tisch auf einer großen Bühne. Alle Menschen starrten ihn an. Er war der Held des Abends, umjubelt und begehrt. Jeder wollte ihn haben, jeder wollte ihn mit nach hause nehmen. Naja, es war nicht ganz so. Er war der viertgrößte Pokal auf dem Tisch. Der größte von allen, war wirklich eine Wucht. Er sah in seitlich an und bestaunte diese Größe, diesen Glanz, diese Macht die er ausstrahlte. Der große Pokal ist das Zeichen für Ruhm, für Erfolg, für Sieg. Er war eigentlich nur eine nette Geste am Rande. Er sah etwas betrübter in die Menge. Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass man auch ihn Schätzen würde. Klar ist ein vierter Platz kein vollkommener Sieg. Aber ist nicht alles was wir leisten im Leben ein kleiner Sieg? Die Menschen müssen so viele Hürden überwinden, so viele Prüfungen bestehen, so viele Wettkämpfe meistern. Nicht der Beste zu sein, heißt ja nicht gleich versagt zu haben. Es sind doch die eigenen kleinen Herausforderungen die man sich stellt, es sind die eigenen Höhepunkte die man feiert, es sind die eigenen kleinen Siege über die man sich freuen sollte. Der kleine Pokal sah nach diesen kurzen Gedankengängen die Zuschauermenge etwas anders an. Ich bin vielleicht nur der Pokal für den vierten Platz, aber auch ich werde heute hier einen Menschen glücklich machen. Denn auch ein vierter Platz ist ein Sieg. Ein eigener kleiner Sieg. Die Bestätigung an etwas Teilgenommen zu haben, die Bestätigung sein Bestes gegeben zu haben. Die Menschen sollen doch mit ihren eigenen Leistungen zufrieden sein, dann will auch ich mit meiner Größe zufrieden sein, dachte sich der kleine Pokal weiter. Wenn ich nur neidisch auf den großen Pokal blicke, werde ich auch nicht größer. Ich blicke groß und stolz auf den vierten Platz den ich auszeichne, dann wird der Mensch der mich gewinnt auch groß und stolz auf mich blicken. Und da strahlte der kleine Pokal.<br /> Die Siegerehrung begann. Der kleine Pokal ganz links neben ihm wurde zuerst vergeben. Ein Mädchen mit Sommersprossen ging die Bühne hinauf. Sie lächelte. Sie freute sich über einen sechsten Platz. Wie stark muss dann die Freude über den vierten Platz erst sein. Auch der Junge der den fünften Platz belegte sah nicht sehr traurig aus. Und nun war er an der Reihe. Der Mann, welcher die Siegerehrung durchführte, nahm ihn in die Hand. Er sah auf das Blatt vor ihm und sprach dann ins Mikrophon „Cedric Friedrich Tenram“. Der kleine Cedric stürmte auf die Bühne, er strahlte vor Stolz. Der kleine Pokal war mächtig stolz. Er wusste es, er musste nur fest daran glaube, dass auch ein vierter Platz ein toller Platz war und das es gar nicht so wichtig ist den größten Pokal mit nach Hause zu nehmen. Cedric nahm den Pokal an sich, er drückte ihn ganz fest und stürmte dann hinunter zu seinen Eltern. Alle bestaunten den Pokal. Alle waren stolz auf diesen vierten Platz. Und auch der kleine Pokal war stolz. Zuhause bekam er einen schönen Platz auf dem Regal über Cedrics Bett. Er konnte aus dem Fenster an der Seite blicken und hatte auch einen Prima Überblick über das ganze Zimmer. Hier gefällt es ihm. Wer weiß wo der große Pokal gelandet ist, dachte sich der kleine Pokal. Nach dem Jubel um ihn, hatte er gar nicht mehr darauf geachtet wohin es den großen Pokal verschlagen hat. Er war einfach überglücklich so freundlich in Empfang genommen zu werden und er war sich sicher, dass der große Pokal es mit Sicherheit nicht so gut hatte. Die ersten Tage wurde der kleine Pokal immer wieder vom Regal geholt, jedem gezeigt, bestaunt und bewundert. Cedrics Mama, säuberte ihn sorgfältig. Doch mit der Zeit nahm die Aufmerksamkeit um den kleinen Pokal immer mehr ab. Er wurde auch nicht mehr so oft gepflegt und nach ein paar Monaten wachte er eines Morgens auf und ein weiterer Pokal stand neben ihm. Er war etwas größer und wunderschön, das musste der kleine Pokal zugeben. Der Jubel um den neuen Pokal hielt kürzer an, wie der Jubel um den kleinen Pokal. &#8220;Ist auch gut so&#8221;, dachte sich der kleine Pokal, schließlich war er der Star in diesem Zimmer. Doch mit der Zeit wurden die Pokale mehr und mehr. Es gab größere und kleinere, doch der kleinste blieb immer er, der kleine Pokal über den man sich einst so gefreut hatte.<br /> Diese Gedanken schossen dem kleinen Pokal durch den Kopf, während er so dastand, nachdem der feuchte Lappen ihn unsanft gereinigt hatte. Wobei man von reinigen nicht reden kann, da er ganz deutlich noch Staub an seinem Fuß sehen konnte. Aber das ist schon so lange so, er hat die Hoffnung auf Besserung schon aufgegeben.<br /> Freundengeschrei riss ihn aus seinen Gedanken. Ein jubelnder Teenager rannte durchs Haus. War das Cedric? Der kleine Pokal war sich ganz sicher. Das musste Cedric sein. Und da war er, Cedric, und er hielt einen Pokal in der Hand. Den größten und schönsten den der kleine Pokal je gesehen hatte. Er war größer als der Pokal neben welchem er einst stand. Er war riesengroß. Und Cedric war mächtig stolz. Er sprang auf sein Bett und jubelte übermütig. Dann stellte er den großen Pokal ins Regal zu den vielen vielen anderen Kleinen. Jetzt begann eine Welle der Bewunderung die noch nie da gewesen war und diese Zeit hielt ziemlich lange an.<br /> Ein paar Tagen vergingen und eines Nachmittags saß Cedric mit seinem Vater auf seinem Bett und bewunderte den großen Pokal. Nach kurzer Zeit stellte er sich auf und durchsuchte das Regal mit den vielen Pokalen. Da sah er ihn, den kleinen Pokal, ganz hinten, ganz verstaubt, ganz vernachlässigt. Er holte ihn hervor. „Mit diesem Pokal fing alles an“, sagte Cedric. „Dieser Pokal war mein erster Gewinn, ich hab mich so gefreut. Jetzt hab ich es geschafft, jetzt bin ich Erster. Eigentlich brauche ich die ganzen Pokale jetzt nicht mehr.“<br /> Der kleine Pokal erschrak. Was sollte das heißen, wird er jetzt hergegeben? Wird er entsorgt? Was wird mit ihm passieren? Da hörte er die Stimme von Cedrics Vater „Du brauchst sie nicht mehr? Wieso nicht?“<br /> „Weil ich jetzt erfolgreich bin, jetzt habe ich den Großen, was soll ich da mit den Kleinen?“<br /> „Cedric, alle diese Pokale, sind Siege von dir, alle diese Pokale haben dich zu diesem großen Pokal geführt. Sie waren wichtige Stationen auf deinem Weg zu diesem Erfolg. Selbst wenn sie nicht mehr dein Regal hier verzieren, selbst wenn du sie nicht mehr jeden Tag siehst, sie sind Teil deines Erfolgs. Es war ein weiter Weg bis zum Ziel, aber du bist noch nicht am Ende angekommen. Vergesse nie, den Weg den du gegangen bist. Der Jubel der dich umhüllt ist nur von kurzer Dauer. Es wird schmerzvoll, wenn du dich nicht mehr erinnerst, wie es vorher war.“<br /> „Du hast recht“, sagte Cedric und strich die Staubreste vom Fuß des kleinen Pokals. „Diesen werde ich niemals hergeben, er war der erste Schritt“.<br /> „Zwischen dem ersten und dem letzten Schritt, ist ein langer Weg und du mein lieber Cedric bist noch nicht am Ende des Wegs. Gehe auch jetzt noch mit Bedacht alle weiteren Schritte. Erfolgreich sind wir dann, wenn wir sehen wie weit es noch ist bis zum eigentlichen Erfolg“.<br /> Cedric stellte sich wieder aufs Bett, schob alle Pokale zusammen und stellte in die vorderste Reihe den kleinsten und den größten Pokal von allen.<br /> Der kleine Pokal hat sich noch nie so groß gefühlt wie in diesem Moment. Er war der erste Schritt auf dem Erfolgsweg des kleinen Cedrics. Er hat die längste Zeit hier in diesem Zimmer verbraucht und er durfte bleiben. Er strahlte richtig.</p><p>Doch schon nach wenigen Tagen strahlte der kleine Pokal nicht mehr. Cedric hatte tatsächlich alle anderen Pokale in eine Kiste gepackt und auf den Dachboden geschleppt. Jetzt standen auf dem großen Regal noch der große und der kleine Pokal. Es war so leer und kalt um sie herum. Der kleine Pokal hätte nie gedacht, dass er die anderen Pokale so sehr vermissen würde. Sie waren irgendwie immer Rivalen, aber nach den Worten von Cedrics Vater, waren sie doch alle nur Stationen auf dem Weg zum Erfolg. Der einzige Rivale selbst war doch der Erfolg. Der kleine Pokal war ganz in Gedanken versunken da hörte er eine Stimme<br /> &gt;&gt; Hallo kleiner Pokal &gt; Du kannst mich nicht sehen, denn ich bin unsichtbar &gt; Ich bin der gläserne Pokal, niemand kann mich sehen und man kann mich nicht durch einen Wettkampf gewinnen. Ich bin der Preis, für alle Siege, welche nicht belohnt werden. Ich bin die Trophäe für das Leben. Ich komme mit jedem Menschen auf die Welt, bin winzig klein wie eine Brombeere, doch mit der Zeit wachse ich. Ich beginne zu wachsen mit der Geburt, denn dies ist ein mächtiger Sieg für jeden Menschen. Von da an wachse ich stetig weiter. Ich wachse beim ersten Atemzug des Säuglings, beim ersten Schrei, beim ersten Lächeln, beim ersten Lachen, bei den ersten Worten, bei jeder überstandenen Krankheit. Ich wachse immer weiter, so lange ein Mensch nicht vergisst, dass das Leben voran geht. Ich wachse mit jedem Schritt zum wahren Erfolg. Und der wahre Erfolg, kleiner Pokal, liegt darin immer den Erfolg zu sehen, aber ihn nicht direkt haben zu wollen. Du musst ihm entgegenlaufen, dich ihm annähren, aber dir muss bewusst sein, dass du ihn niemals für dich haben wirst. Wenn du glaubst du bist erfolgreich, dann hast du keinen Erfolg mehr. Du darfst jedoch zu keiner Zeit glauben du hättest keinen Erfolg. Du musst in den kleinen Herausforderungen deinen Erfolg erkennen. Sie sind die Schritte zum wahren Erfolg und diesen erlebst du, wenn du am Ende deines Lebens, dein Leben rückwärts läufst. Den Erfolg spürst du dann, wenn du dich über jeden kleinen Erfolg deines Lebens freuen kannst. Du strebst mir entgegen. Alle Dinge die du als Erfolg ansiehst lassen mich wachsen. Lass mich wachsen, freue dich über dich und deine Taten. Gieße mich mit Stolz. Dann kannst du mich sehen und dann kannst du mich am Ende in deinen Händen halten und dann ziehe ich mit dir gemeinsam durch den Rücklauf deines Lebens&#8221;</p></div><div>Der kleine Pokal wusste nicht wie ihm geschah. Was war das gewesen. Wer war das? War das Cedrics gläserner Pokal, der da zu ihm gesprochen hatte? Er war kein Mensch, seiner konnte es nicht gewesen sein.</p><p>Cedric öffnete die Augen. Sonnenstrahlen fielen auf sein Bett. Er rieb sich die Augen und streckte sich, dann stockte er und blickte im Raum umher. Hatte er geträumt er sei ein Pokal? Aber was war da noch? Er blickte nach oben, da stand er, der kleine Pokal. Cedric grinste ihn an, „Hej du, heute Nacht habe ich geträumt ich wäre du!“. Dann stockte er und dachte genauer nach. War das ein Traum? Oder hat der gläserne Pokal heute Nacht zu ihm gesprochen?</p></div> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/der-glaserne-pokal/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Von der Schöpfung bis zur Erschöpfung&#8230;</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/von-der-schopfung-bis-zur-erschopfung/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/von-der-schopfung-bis-zur-erschopfung/#comments</comments> <pubDate>Sat, 24 Sep 2011 21:09:53 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Vorwort]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=52</guid> <description><![CDATA[Am Ende ist immer alles ganz anders als man es am Anfang erwartet hätte&#8230; aber fangen wir doch am Anfang an, nur um den Spannungbogen gespannt zu halten:]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende ist immer alles ganz anders als man es am Anfang erwartet hätte&#8230; aber fangen wir doch am Anfang an, nur um den Spannungbogen gespannt zu halten:</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/von-der-schopfung-bis-zur-erschopfung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Wie aus Träumen Sterne wurden</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/wie-aus-traumen-sterne-wurden/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/wie-aus-traumen-sterne-wurden/#comments</comments> <pubDate>Sat, 24 Sep 2011 11:36:38 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=46</guid> <description><![CDATA[Der kleine Nick saß auf der Fensterbank seines Kinderzimmers und beobachtete die Sterne, als sein Vater ins Zimmer kam. „Es ist Zeit zum Schlafen“, sagte der Vater und lächelt seinen Sohn an. Nick sah erst seinen Vater an und wand sich dann wieder dem Fenster zu. „Was sind Sterne, Papa“, fragte der kleine Nick seinen &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/wie-aus-traumen-sterne-wurden/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der kleine Nick saß auf der Fensterbank seines Kinderzimmers und beobachtete die Sterne, als sein Vater ins Zimmer kam. „Es ist Zeit zum Schlafen“, sagte der Vater und lächelt seinen Sohn an. Nick sah erst seinen Vater an und wand sich dann wieder dem Fenster zu. „Was sind Sterne, Papa“, fragte der kleine Nick seinen Vater. Der Vater trat hinter seinen Sohn ans Fenster und schaute hinauf zu der unendlichen Anzahl an Sternen. „Komm!“, sagte der Vater und hob seinen Sohn von der Fensterbank, „ich werde dir eine Geschichte erzählen.“ Die beiden setzten sich auf Nicks Bett. Nick schlüpfte unter die Decke und sah seinen Vater erwartungsvoll an und der Vater begann seine Geschichte:</p><p>“Vor langer langer Zeit war der Himmel ganz Dunkel. Es war kein Stern am Himmel zu sehen. Es war einfach nur ein schwarzes Zelt, dass sich über die Erde spannte. Dunkel und düster. Die Menschen fürchteten sich etwas vor diesem dunklen Zelt. Daher haben sie beschlossen, des Nachts die Augen zu schließen und einfach zu schlafen. Und wenn sie morgens erwachten und die Sonne wieder schien, dann war das dunkle Zelt verschwunden und die Menschen mussten sich nicht mehr fürchten.</p><p>Eines Morgens wachte ein kleiner Junge auf und erzählte seiner Mutter, was er des Nachts erlebt habe. Die Mutter sah ihren Sohn voller Sorge und Angst an. War ihr Sohn des Nachts erwacht und hat sich auf die Reise gemacht, um all die Abenteuer zu erleben oder hat er sich dies nur ausgedacht? Aber wie kam er darauf? Die Mutter berichtete am Nachmittag die Geschichte ihres Sohnes einigen anderen Müttern aus dem Dorf und mit der Zeit geschah es, dass immer mehr Kinder des Morgens erwachten und lebhafte Geschichten zu erzählen hatten, welche sie in der Nacht erlebten.  Die Geschichten nahmen zu, es waren abenteuerreiche, heldenhafte, aber auch erschreckende und unheimliche Geschichten dabei. Die Kinder berichteten immer lebhafter von ihren Erlebnissen. Manche kamen plötzlich auch mitten am Tag und erzählten den Erwachsenen was sie erlebt haben. Die Erwachsenen waren sehr besorgt, doch sie konnten nichts dagegen tun. Sie hatten keine Erklärung. Sie stellten Wachen für die Nacht auf, diese sollten die schlafenden Kinder bewachen. Man wollte somit verhindern, dass die Kinder auf ihre Abenteuerreisen gingen. Doch noch immer wachten die Kinder morgens auf und hatten die schönsten Erlebnisse zu berichten. Die Erwachsenen fanden einfach keine Erklärung. Die Kinder schliefen des Nachts tief und fest in ihren Schlafstätten. Kein Kind bewegte sich von seinem Platz, kein Kind entfernte sich aus dem Dorf und dennoch wachten sie des Morgens auf und erzählten von ihren Erlebnissen. Viele Jahre zogen ins Land, doch die Erwachsenen hörten nicht auf, die Kinder beim Schlafen zu bewachen. Eines Nachts machten die Nachtwachen die Beobachtung, dass die Nacht gar nicht mehr so finster war, wie man es von früher noch kannte. Es schien sogar von Nacht zu Nacht ein kleines bisschen heller zu werden. So begannen die Menschen neben den schlafenden Kindern auch den Himmel zu beobachten. In jeder Nacht sah man kleine Lichter am Himmel und die Lichter nahmen mit der Zeit zu. Es wurden immer mehr, bis letztlich der ganze Himmel bedeckt war. Die Kinder, die nun zu jungen Erwachsenen herangewachsen waren, begannen auch den Himmel zu beobachten. Gemeinsam lagen sie nachts auf Wiesen und beobachteten die Vielzahl von Lichtern am Himmel. Da sie&#8221; Lichter&#8221; jedoch unangebracht fanden, für diese wunderbaren leuchtenden Erscheinungen am Himmel, nannten sie die Lichter von nun an Sterne.<br /> Jeden Abend trafen sich die ehemaligen Kinder, um gemeinsam die Sterne zu beobachten. Noch immer erlebten sie während des Schlafs die schönsten und aufregendsten Abenteuer. Auch diese Geschichten teilten sie miteinander und berichteten sich gegenseitig was sie so alles erlebt hatten. Die Erlebnisse des Schlafs nannten sie Traum. Manche fingen auch am Tage an zu träumen. Sie lagen im Gras oder im Sand, schlossen die Augen und ließen in ihrer Phantasie die schönsten Geschichten entstehen. Für sie waren die Träume so real, dass sie zum Leben gehörten wie das Atmen und das Nahrung suchen. Nie wurde einer der Träume angezweifelt oder für unrealistisch erklärt. Alle Träume wurden akzeptiert. Manchmal bewunderte man einen anderen für einen Traum und die Träume waren so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Das Träumen wurde zu einem wichtigen Bestandteil des Lebens, denn die Menschen erkannten sehr schnell, ganz gleich was sie auch besaßen, alles konnte ihnen genommen werden, doch ihre Träume, die gehörte jedem alleine. Diese konnte ihnen niemand nehmen. Träume sind das höchste Gut, was ein Mensch besitzen kann und das Schönste daran ist, dass man es für immer behalten kann.</p><p>Es geschah, dass die jungen Erwachsenen im Himmel anfingen Bilder zu malen. Sie lagen beisammen und sahen ihre, im Schlaf erlebten Erlebnisse, in den Sternen wieder. Ob Stier oder Löwe, Adler oder Bär, die schönsten Bilder erkannten sie in den Sternen. Sie malten mit den Sternen Bilder und erschufen so die Sternenbilder. Und schon bald machten sie die schönste Entdeckung, nämlich, dass jeder Stern ein Traum der Menschen war, der des Nachts oder am Tage in den Himmel geschickt wurde. Denn auch am Tage leuchteten die Sterne. Jeder Stern war ein Traum und daher war es auch möglich mit den Sternen Bilder zu formen.</p><p>Diese Weisheit wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Viele Eltern verbrachten Abende mit ihren Kindern im Freien, um mit ihnen die Stern zu beobachten. Sie erfreuten sich an den vielen Träumen, die sie im Himmel sehen konnten und ließen immer wieder die schönsten Bilder am Himmel entstehen.</p><p>Nach vielen vielen Jahren geschah es, dass ein Stern vom Himmel viel. Mit einem langen Lichtschweif sauste er einfach so herunter. Die Menschen erschraken, was hatte das zu bedeuten?</p><p>Doch ein paar Tage später kam ein Nachbar von einer Reise zurück und erzählte ihnen was er erlebt hat und dass sein schönster Traum Wirklichkeit wurde. Da erkannten die Menschen, dass dies der Stern war, der ein paar Nächte zuvor vom Himmel gefallen war. Ab und an geschah es und so geschieht es noch heute, dass Sterne vom Himmel fallen. Diese Sterne werden Sternschnuppen genannt und jede Sternschnuppe steht für einen erfüllten Traum. Wenn wir also in den Himmel blicken und eine Sternschnuppe sehen, dann wissen wir, dass irgendwo auf der Welt der Traum eines Menschen wahr wurde und deshalb ist es dann auch ratsam, sich selbst etwas zu wünschen. Denn was kann mehr Glück bringen, als der Moment indem gerade der Traum eines anderen Menschen Wirklichkeit wurde.</p><p>Wenn wir heute in den Himmel schauen, dann sehen wir weitaus weniger Sterne als das früher der Fall war. Das liegt daran, dass viele Menschen aufgehört haben zu träumen. Wenn alle Menschen aufhören würden zu Träumen, dann würde der Himmel irgendwann wieder ganz dunkel und düster erscheinen und der Mensch müsste sich wieder fürchten vor der Nacht. Aber so lange es noch Menschen gibt, die Träumen können und an ihre Träume glauben, wird auch die Nacht nicht dunkel werden.“</p><p>Der Vater beendet seine Geschichte und sah seinen Sohn an. „Deshalb ist es jetzt Zeit für dich zu schlafen und etwas Schönes zu träumen, dann können wir morgen deinen Traum am Himmel suchen“. Er fuhr seinem Sohn sanft über das Haar und küsste ihn auf die Stirn. „Gute Nacht kleiner Nick, ich bin gespannt, was du heute Nacht erleben wirst“. Der Vater war noch nicht an der Tür, als sein Sohn schon tief und fest eingeschlafen war. Da lächelte der Vater, schloss die Tür und ging noch ein bisschen in den Garten, um die Sterne zu beobachten.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/wie-aus-traumen-sterne-wurden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Unerklärlich</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/unerklarlich/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/unerklarlich/#comments</comments> <pubDate>Tue, 20 Sep 2011 16:40:48 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=30</guid> <description><![CDATA[Als ich mich gestern Abend in einem mir unerklärlichen Zustand befand. Es könnte auch Vorgestern gewesen sein oder der Tag vor Vorgestern, ich habe in der Zwischenzeit sehr viel geschlafen. Daher ist es auch durchaus möglich, dass dieser Zustand schon einige Tage zurückliegt. Aber da ich den Schlaf als Verbindung zweier Tage sehe und die &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/unerklarlich/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mich gestern Abend in einem mir unerklärlichen Zustand befand. Es könnte auch Vorgestern gewesen sein oder der Tag vor Vorgestern, ich habe in der Zwischenzeit sehr viel geschlafen. Daher ist es auch durchaus möglich, dass dieser Zustand schon einige Tage zurückliegt. Aber da ich den Schlaf als Verbindung zweier Tage sehe und die Tage, welche ich sinnlos verschlafe nicht mitzähle, war der letzte mir unerklärliche Zustand in welchem ich mich befand, gestern Abend. Auf jeden Fall kam ich während dieses Zustands, bei welchem mir auch immer der Weg dorthin unerklärlich ist, ich weiß nicht wie ich dahin kam, daher auch unerklärlicher Zustand, da ich mir nicht erklären kann wie er zustande kommt und auch nicht was dieser Zustand überhaupt ist und wie man wieder von ihm loskommt. Es ist einfach ein unerklärlicher Zustand zu welchem man auf eben unerklärliche Weise gelangt. Ich kam gestern in eben diesem unerklärlichen Zustand zu einer unerklärlichen Erkenntnis. Jetzt mögen sich manche sicher die Frage stellen, was denn eine unerklärliche Erkenntnis sei. Doch könnte ich dies erklären, dann wäre die unerklärliche Erkenntnis ja keine unerklärliche Erkenntnis mehr, sondern eben aufgrund dessen, dass man sie erklären kann, eine erklärliche Erkenntnis. Ich kam aber eben zu einer unerklärlichen Erkenntnis und alle die sich nun noch einmal die Frage stellen, was denn eine unerklärliche Erkenntnis sei, denen muss ich leider mitteilen, dass sie es allein schon aufgrund dessen, dass sie sich diese Frage stellen, niemals erfahren werden was denn diese unerklärliche Erkenntnis ist. Oder besser noch, dass sie nie zu der Erkenntnis kommen können, was denn nun eine unerklärliche Erkenntnis ist. Manche Dinge sind eben unerklärlich. So eben auch der unerklärliche Zustand und eben auch die unerklärliche Erkenntnis. Nur blieb diese unerklärliche Erkenntnis nicht ohne Folgen. Eine unerklärliche Erkenntnis in einem unerklärlichen Zustand, kann ja nichts Gutes heißen. Sie trieb mich nämlich zu einem mir unerklärlichen Handeln. Ich kann mir nicht genau erklären, was genau vorgefallen sein könnte. Ich kann es nur erahnen und auch dann bleibt mir alles sehr unerklärlich. Was geschah und auch was geschah, nachdem das was geschah geschehen ist, all das bleit unerklärlich. Das einzige was ich erklären kann ist, das das Eine nach dem anderen geschah. Denn nach dem ersten Geschehen folgte ein zweites und diesem zweiten Geschehen folgte ein Drittes und diesem dritten&#8230;, es folgte eine ganze Reihe von Geschehnissen. Eine ganze Reihe unerklärlicher Geschehnisse. Und es ist auch unerklärlich welches das letzte Geschehen war, ebenso unerklärlich wie es zu eben diesem letzten Geschehen kommen konnte. Es war letztlich nur einfach der Fall, dass alle unerklärlichen Geschehnisse in ihrer Kettenreaktion plötzlich auf unerklärliche Weise zum Stillstand kamen.</p><p>Da alles stillstand drehte ich mich einmal um meine eigene Achse. Das Drehen verursachte den Anstoß der Erkenntnis, ab da konnte ich alles erklären&#8230;</p><p>…und ab da weiß ich nichts mehr. Auch wenn es mir unerklärlich ist, aber ab da habe ich ein Blackout.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/unerklarlich/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Ich wollte doch nur nach Hause</title><link>http://uni-dannstadt.de/2011/09/ich-wollte-doch-nur-nach-hause/</link> <comments>http://uni-dannstadt.de/2011/09/ich-wollte-doch-nur-nach-hause/#comments</comments> <pubDate>Tue, 20 Sep 2011 16:38:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Melanie Marnet</dc:creator> <category><![CDATA[Words]]></category><guid isPermaLink="false">http://uni-dannstadt.de/?p=25</guid> <description><![CDATA[Es ist eisigkalt und ich kann meine Hände kaum mehr spüren. Sie umklammern den Lenker meines Fahrrades. Es kommt mir vor als würden tausende von Nadeln auf meine Hände einstechen. Meine Nase spüre ich schon fast nicht mehr und meine Augen brennen. Vor Schmerzen kommen mir Tränen aus den Augen. Die Luft ist so kalt, &#8230;</p><p><a class="more-link block-button" href="http://uni-dannstadt.de/2011/09/ich-wollte-doch-nur-nach-hause/">Weiterlesen &#187;</a>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eisigkalt und ich kann meine Hände kaum mehr spüren. Sie umklammern den Lenker meines Fahrrades. Es kommt mir vor als würden tausende von Nadeln auf meine Hände einstechen. Meine Nase spüre ich schon fast nicht mehr und meine Augen brennen. Vor Schmerzen kommen mir Tränen aus den Augen. Die Luft ist so kalt, dass meine Lunge schmerzt. Ich kann kaum atmen, aber ich muss atmen. Immer weiter atmen. Es ist dunkel. Ich kann kaum etwas sehen. Meine kleine Lampe an meinem Fahrrad leuchtet mir nur eine kurze Wegstrecke voraus, doch sonst sehe ich nichts. Ich sehe nicht was weit vor mir kommt, ich sehe nicht was hinter mir liegt, ich kann nichts rechts und nichts links von mir wahrnehmen. Es ist dunkel, es ist eisig, ich fahre aus der endlosen Dunkelheit in die Dunkelheit. Wie weit noch? Ich weiß es nicht. Ich bin den Weg schon oft gefahren, doch heute kommt er mir lang vor. Viel länger als gewöhnlich. Liegt es an der Dunkelheit? Bei Nacht bin ich den Weg noch nie gefahren. Vielleicht liegt es an der Dunkelheit. Doch ich fahre schneller als sonst. Viel schneller. Ich rase durch die tiefdunkle Nacht. Ich flüchte vor dem Nichts hinter mir und versuche das Nichts vor mir schnellstmöglich zu passieren. Es kratzt in meiner Brust. Ich keuche. Es ist so bitterkalt. Ich hätte auch über Nacht bleiben können. Ich hätte warten können bis es hell ist. Ich hätte es jetzt warm, ich müsste nicht alleine durch die eisige dunkle Nacht rasen, aber ich wollte nach Hause. Ich wollte in mein Bett. In mein Zimmer. In mein gewohntes Zuhause. Ich wollte einfach nicht dort bleiben. Dort wäre es vielleicht nicht so bequem wie zu Hause, aber doch wesentlich bequemer als hier gewesen. Ich überlege umzukehren. Wie weit bin ich schon gefahren? Ist es weiter zurück oder weiter nach Hause. Ich weiß es nicht? Ich sehe nichts. Ich habe Angst umzukehren. Es ist unheimlich. Alles was hinter mir liegt ist unheimlich und was vor mir liegt, das weiß ich nicht. Mit jedem Meter den ich fahre weiß ich, dass es auch hier unheimlich ist, aber ich kann nicht umkehren. Ich fahre weiter. Ich trete noch schneller, noch mehr kalte Luft wird in meine Lunge gezogen. Ich keuche. Meine Nase tropft. Meine Augen tränen noch mehr. Ich spühre meine Finger kaum noch. Meine Zehen sind kalt, meine Füße sind nass, ich weiß nicht woher. Sie sind einfach nass und sie sind kalt. Hier macht der Weg einen kleinen Knick. Warum macht der Weg hier einen Knick? Ich kann mich nicht erinnern, dass der Weg jemals einen Knick gemacht hat. Hab ich ihn bei Tageslicht nie wahrgenommen? Es ist merkwürdig. Ich habe ein ungutes Gefühl. Ich trete nochmals schneller. Und hier, ein zweiter Knick. Also das kommt mir sehr seltsam vor. Daran würde ich mich doch erinnern. Wo bin ich? Ach wenn ich doch nur etwas sehen würde. Ich nehme flüchtig die Umrisse der Bäume wahr, die an mir vorbeiziehen. Diese großen mächtigen Bäume in diesem uralten Wald. Der Weg wird enger, auch das kommt mir unbekannt vor. Wirkt der Weg nur enger, da ich umhüllt bin von der schwarzen Nacht? Scheint der Weg bei Tageslicht einfach nur breiter? Ich spüre rechts und links an meinen Händen Äste und Blätter. Der Weg ist so schmal, dass die Büsche an den Seiten meine Hände streifen. Ich versuche meine kalten Hände noch fester an den Lenker zu klammern. Da, in der Ferne sehe ich ein Licht. Zwei Lichter. Sie kommen von rechts. Ich kann sie durch den dichten Wald erkennen. Sie kommen von rechts angerast und rauschen vor mir vorbei und verschwinden im Dunkeln zu meiner Linken. Ein Auto? Das muss ein Auto gewesen sein. Was macht ein Auto hier im Wald? Wie kann ein Auto mit so hoher Geschwindigkeit durch den Wald fahren? Eine Straße! Es kann so schnell nur auf einer Straße gefahren sein. Aber hier ist keine Straße! Ich bin mir sicher. Jetzt bin ich mir aber wirklich sicher. Hier im Wald gibt es keine Straße. Ich schätze das Auto ist ungefähr einen Kilometer vor mir vorbei gerauscht. Aber da gibt es keine Straße. Niemals gab es da eine Straße. Es ist wieder dunkel. Es ist wieder so dunkel, dass ich mir einrede, mir die Lichter nur eingebildet zu haben. Ich bin hier falsch sagt mein Bauch, ich will hier weg sagt mein ganzer Körper. Ich darf nicht anhalten, ich muss weiterfahren. Ich muss einfach immer weiterfahren. Raus aus dem Wald, dann wird es hell werden und ich werde wissen wo ich bin. Einfach immer weiterfahren. Ich will noch schneller fahren. Irgendetwas gibt mir Kraft. Ich trete in die Pedalen. Es hebt mich. Es stoppt mich. Mein Vorderreifen wird blockiert. Ich kann nicht denken. Es geht so schnell. Mein Vorderreifen, er kann nicht weiter. Irgendetwas ist da. Ich war so schnell, viel zu schnell. Das Hinterrad hebt sich. Ich stürze Kopf über zu Boden. Ich stürze vom Fahrrad und falle zu Boden. Meine Hände, ich kann sie nicht ausstrecken. Meine Hände. Sie umklammern immer noch den Lenker. Ich kann mich nicht auffangen. Ich kann den Sturz nicht abfangen. Ich stürze zu Boden.</p><p>Ich öffne meine Augen. Ich kann nichts sehen. Wo bin ich? Es ist kalt. Ich zittere am ganzen Körper. Mit jedem Atemzug muss ich husten. Das Husten schmerzt in meiner Brust. Das Husten pocht in meinem Kopf. Ich will mich aufsetzen. Es geht nicht. Etwas liegt auf mir. Mein Atem steigt an. Ich atme immer schneller. Mein Fahrrad, mein Fahrrad liegt auf mir. Ich schiebe es zur Seite. Ich will aufstehen. Ich muss aufstehen, ich setze mich aufrecht hin. Mein Kopf schmerzt. Es sind höllische Schmerzen. Ich stehe auf, so schnell ich kann und schnappe mein Fahrrad. Meine Finger. Sie tun so weh. Es ist so schwer, das Fahrrad aufzuheben. Wie bin ich hingefallen? Ich weiß es nicht. Nicht nachdenken. Weg hier. Ich muss ganz schnell weg hier. Ich stehe doch mir ist schwindelig. Ich steige auf mein Fahrrad. Ich will losfahren doch es geht nicht. Ich kann nicht losfahren. Ich kann nicht treten. Die Pedale sind verhakt. Ich kann sie nicht bewegen. Ich sehe nichts. Ich sehe nicht was kaputt ist. Ein Stock. Vielleicht steckt etwas dazwischen. Ich taste alles ab. Ich kann nichts spüren. Ich versuche mit der Hand die Pedale zu drehen, doch es geht nicht. Da! Was ist das? Oh nein. Die Kette. Die Kette muss gerissen sein. Ich taste noch einmal. Die Kette. Die Kette ist kaputt. Sie hat sich verkantet. Ich kann das nicht reparieren. Nicht hier, ich sehe nichts. Ich weiß nicht genau was kaputt ist. Ich schiebe mein Fahrrad. Ich umgreife den Lenker ganz fest mit meinen Fingern und laufe los. Ich versuche zu rennen, doch es geht nicht. Meine Beine sind so schwer von der Kälte, mein Kopf hämmert, meine Hände können den Lenker nicht richtig halten und das Fahrrad lässt sich nicht gut schieben. Das Fahrrad. Ich muss es hier lassen. Ich will es nicht hier lassen. Es ist kaputt. Vielleicht sehe ich was kaputt ist, wenn ich aus dem Wald draußen bin. Wenn es heller ist. Dann kann ich es vielleicht reparieren. Dann bin ich vielleicht doch noch schneller zu Hause. Es geht nicht. Ich kann das Fahrrad nicht mehr schieben. Es fällt um. Meine Hände halten den Lenker fest umklammert. Ich falle mit. Ich falle mit dem Fahrrad um. Ich falle mit den Knien auf mein Fahrrad. Mein Handgelenk knickt um. Ich rutsche mit dem Arm ab. Es knackt. Das ist ein Schmerz. Der Schmerz zieht aus meinem Handgelenk in meinen Arm. Mein ganzer Arm schmerzt. Ich kann die Hand nicht mehr bewegen. Es tut weh. Alles tut weh. Ich weine. Ich fange an zu weinen. Ich schreie. Ich will hier weg. Ich will hier einfach nur noch weg. Ich schreie so laut ich kann. Ich muss husten. Ich schreie und huste. Ich kann nicht mehr schreien. Ich will schreien, aber es geht nicht. Es kommt kein Ton aus meinem Mund. Ich laufe los. Ich laufe so schnell ich kann. Ich halte mit meiner linken Hand, mein rechtes Handgelenk. Es schmerzt. Immer wieder greife ich zu meinem Kopf. Auch dieser schmerzt. Die Schmerzen ziehen von meinem Kopf in meinen Nacken. Ich kann meinen Kopf kaum bewegen. Doch immer wieder drehe ich ihn um. Ich reiße ihn rum. Jedes Mal sind es höllische Schmerzen die meinen Nacken entlang schießen. Doch immer wieder schau ich zurück. Ich kann nichts sehen und nichts hören. Ich höre nur meinen Atem. Mein Keuchen. Ich spüre Schmerzen. Auch meine Knie schmerzen. Ich bin auf mein Fahrrad gefallen. Bestimmt habe ich blaue Flecken an den Knien. Warum bin ich nicht dort geblieben? Ich bereue es. Ich bereue alles. Ich versuche zu rennen. Ich bin so müde. Ich kann nicht mehr laufen, doch ich zwinge mich weiterzulaufen. Ich zwinge mich zu rennen. Immer weiter. Es geht hoch. Einen Meter vielleicht, ziemlich steil. Ich muss fast klettern, doch es klappt. Ich will weiterlaufen. Hier ist die Straße. Hier muss das Auto vorhin gefahren sein. Soll ich die Straße weiterlaufen? Nach rechts oder nach links? Nur nicht wieder in den Wald. Ich laufe auf die Straße. Ich laufe bis in die Mitte. Ich laufe ein Stück nach rechts. Ich laufe ein Stück nach links. Wohin soll ich nur laufen? Ich weiß nichts mehr. Da sehe ich Lichter. Das muss ein Auto sein. Soll ich mich bemerkbar machen? Soll ich mich verstecken? Ist es ein gutes Zeichen oder nicht? Ich kann mich nicht entscheiden. Ich will mich verstecken. Ich will hier nicht gesehen werden. Wer weiß wer das in dem Auto ist? Ich will zur Seite laufen. Will mich am Straßenrand verstecken. Da sind die Scheinwerfer schon unmittelbar vor mir. Ein wuchtiger Schlag in meinen Unterleib. Es schleudert mich hoch. Ich weiß nicht was gerade passiert, da lande ich mit einem gewaltigen Schlag auf dem harten Asphalt.</p><p>Ich öffne meine Augen. Ich kann meinen Kopf nicht bewegen. Ich kann meine Arme nicht bewegen. Und meine Beine spüre ich nicht mehr. Ich kann nicht aufstehen. Wo bin ich denn? Es ist so kalt hier. Ich spüre ein Hämmern in meinem Kopf. Mein Kopf ist nass. Ich muss wohl in einer Pfütze liegen. Ich versuche zu atmen, doch ich keuche nur noch. Ich bekomme keine Luft mehr. Noch mal versuche ich meinen Kopf zu bewegen. Ganz leicht nach rechts, ganz leicht nach links. Da war doch ein Auto. Wo war das Auto hin? Warum hat man mich hier alleine liegen lassen? Wo war mein Fahrrad? Warum war ich hier auf einer Straße? Ich kann mich nur noch flüchtig an einzelne Teile erinnern. So viele Dinge rasen mir durch den Kopf. Es ist so kalt und so dunkel. Ich versuche noch einmal meine Arme zu bewegen. Es geht nicht. Ich kann mich nicht mehr bewegen. Ich kann nichts mehr. Ich kann nicht einmal mehr sehen mit meinen eigenen Augen. Ich liege nur noch da. Weiß nicht ob es noch dunkel ist oder ob es schon hell wurde. Ich bin ganz starr. Starr, Kalt und Tot.</p><p>Ich weiß nicht weshalb ich von meinem Weg abkam. Ich weiß nicht, weshalb ich mit meinem Fahrrad gestürzt bin. Ich weiß nicht wo diese Straße herkam und wohin sie führte. Ich weiß nicht ob meine Familie mich gefunden hat. Ich weiß das alles nicht. Ich wollte in dieser Nacht doch nur nach Hause fahren, doch ich bin in dieser Nacht nicht zu Hause angekommen und ich werde auch niemals mehr zu Hause ankommen. Denn nun bin ich hier.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://uni-dannstadt.de/2011/09/ich-wollte-doch-nur-nach-hause/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
<!-- Performance optimized by W3 Total Cache. Learn more: http://www.w3-edge.com/wordpress-plugins/

Minified using disk: basic
Page Caching using disk: enhanced

Served from: uni-dannstadt.de @ 2012-05-20 16:12:23 -->
